Die Dialektisch-behaviorale Therapie wurde von Marsha M. Linehan entwickelt und verbindet klassische verhaltenstherapeutische Methoden mit achtsamkeits- und akzeptanzbasierten Methoden verbindet. Ursprünglich wurde diese Psychotherapieform zur Behandlung von Patienten mit suizidalem Verhalten entworfen, heute kommt sie aber auch zur Behandlung der Borderline-Persönlichkeitsstörung, der Posttraumatischen Belastungsstörung bei Menschen mit Essstörungen und bei Suchterkrankungen zum Einsatz.
Die Dialektisch-behaviorale Therapie stellt die Störung der Emotionsregulation in den Mittelpunkt ihres Behandlungskonzeptes. In der Therapie kommt es deshalb darauf an, die Notlage zu erkennen, in der es zu nicht geglückten Bewältigungsversuchen gekommen ist. Bislang unkontrollierte Prozesse sollen sowohl für den Betroffenen als auch für den Therapeuten berechenbar werden. Außerdem sollen die Betroffenen erfolgreiche Bewältigungsstrategien erlernen und einüben, um mit ihren z. T. enormen Spannungszuständen besser klar zu kommen. Die Dialektisch-behaviorale Therapie arbeitet darüber hinaus auch am negativen Selbstbild und interpersonellen Verhaltensmustern. Es wird aufgezeigt, wie Betroffene Strategien zur Reduktion extremer Emotionalität sowie dysfunktionaler stimmungsabhängiger Verhaltensweisen erlernen können.
Wichtiger Baustein derDialektisch-behavioralen Therapie ist das Skillstraining. Skills heißt übersetzt Fähigkeiten und meint in der Dialektisch-behaviorale Therapie Fähigkeiten und Fertigkeiten, die dazu dienen, mit Gefühlen, Stimmungen oder Erinnerungen im Alltag konstruktiver umzugehen. Beim Skillstraining werden mit dem Betroffenen einerseits bereits vorhandene Fertigkeiten bewusstgemacht und andererseits werden neue Fertigkeiten erlernt, trainiert und automatisiert.